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Tiershop.de vom 07.02.2007
Tollwut

Die Tollwut ist eine beim Tier immer tötlich verlaufende Infektionskrankheit. Daher sollte ein Pferd stets dagegen geimpft werden.

Der Erreger

Seit über 2300 Jahren vor Christus kennt man die Symptome der Tollwut. Und schon im 19. Jahrhundert fand Louis Pasteur Möglichkeiten, das Virus auf andere Spezies zu übertragen und erste Impfstoffe herzustellen. 

Der Erreger gehört zum Genus Lyssavirus der Familie Rhabdoviridae. Man unterscheidet verschiedene Typen: das Straßen-, das Wald- und das Fledermausvirus, je nachdem wo es isoliert werden kann.

Die Tollwut ist eine Zoonose. Das heisst der Erreger macht auch vor dem Menschen nicht Halt. Die Erkrankung ist auf der ganzen Welt verbreitet, ausser auf einigen Inseln, die aufgrund ihrer geografischen Lage die Möglichkeit hatten die Tollwut fern zu halten. Obwohl seit vielen Jahren flächendeckende Impfaktionen durchgeführt werden, ist das Virus noch lange nicht eingedämmt.

Die Übertragung

Das Wirtsspektrum des Tollwutvirus umfasst alle warmblütigen Säugetiere und Vögel. Besonders empfänglich sind Füchse, Hamster, Hauskatzen, Fledermäuse, Nagetiere und Rinder. Der häufigste Übertragungsweg ist durch Bisse, wobei auch Milch, Kot, Blut und Urin Viren enthalten. Im Speichel infizierter Tiere dringt das Virus in das verletzte Tier ein und kann sich dort im Gewebe vermehren.  Die Ausscheidung des Virus über den Speichel beginnt schon 1-3 Tage vor dem Auftreten der ersten Symptome. Durch die üblichen Desinfektionsmittel lässt sich das Virus bekämpfen und an der Luft sterben die Erreger in Speichel innerhalb weniger Stunden ab.

Die Erkrankung

Nach einem Biss kann sich das Virus im Muskel vermehren. Dann wandert es entlang der Nervenfasern aufsteigend in Richtung Gehirn. Ist es dort angekommen, verbreitet es sich in alle Gewebe des Kopfes und befällt vor allem die Speicheldrüsen. Ungefähr zwei Wochen nach einem Biss treten die ersten Symptome auf. Durch die Zerstörung der Nerven kommt es zu Verhaltensänderungen: die Tiere verhalten sich genau umgekehrt zu ihrem natürlichen Aufteten. Scheue Tiere werden zutraulich, während vertraute scheu werden. Ein bis zwei Tage später setzen Muskelzuckungen und Koordinationsstörungen ein. Die betroffenen Tiere werden zunehmend aggressiv.  Dabei ist der Speichelfluss stark vermehrt und das Schlucken fällt schwer. Nach weiteren zwei bis vier Tagen setzt das Lähmungsstadium ein, in dem die Tiere nicht mehr aggressiv sondern zunehmend abwesend und gelähmt erscheinen und schließlich verenden.

Die Diagose

Eine Diagnose anhand der Symptome kann nicht eindeutig gestellt werden, wobei bei einem Verdacht aufgrund der akuten Gefahr für den Menschen sofort gehandelt werden muss. Der Amtstierarzt trägt die Entscheidung über das Vorgehen. Um eine sichere Diagnose zu erhalten muss das Tier getötet werden und eine Probe aus dem Gehirn wird zur Untersuchung in ein Speziallabor geschickt. Liegt keine direkte Gefahr für den Menschen vor und ein Tier ist regelmäßig geimpft worden, so kann es auch für einige Wochen in Quarantäne gehalten werden.

Die Therapie

Beim Tier ist ein Versuch die Tollwut zu heilen, etwa wie es beim Menschen gemacht wird, verboten.

Die Vorbeugung

Die Impfstoffe, die heute auf dem Markt sind, sind sehr gut verträglich und haben kaum Nebenwirkungen mehr. Auch kann es nicht mehr durch die Impfung zur Erkrankung der Tiere kommen, da keine lebenden Viren mehr eingesetzt werden.

Ab dem 5.-6. Lebensmonat kann ein Fohlen gegen die Tollwut geimpft werden. Die Impfintervalle sind durch die Hersteller und in einigen Ländern durch das Gesetz festgelegt.


 

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