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Tiershop.de vom 08.02.2007
Satteldruck

Unter Satteldruck versteht man allgemein eine pathologische Veränderung die durch das Geschirr des Pferdes hervorgerufen wird. Dabei können die Veränderungen aber sehr unterschiedlich aussehen und teilweise schwerwiegende Folgen haben.

Die Anatomie

Der Widerrist des Pferdes wird von dem 2.-12. Brustwirbel gebildet. Diese haben im Bereich des Rückens bis zu 20cm lange Dornfortsätze. Diese haben eine Knorpelkappe aufgelagert, auf der wiederum Bindegewebe und Haut aufliegt. Das bedeutet, dass wenn etwas in diesem Bereich drückt, die Haut kein pufferndes Fett untergelagert hat, sondern direkt auf den harten Knorpel gepresst wird.

Die Erkrankung

Bei Satteldruck handelt es sich um eine Quetschung der Haut und Unterhaut, wobei diese Verletzung teilweise sehr hochgradig sein kann. Die zerstörte Haut ist zuerst komprimiert und reagiert dann mit Quaddelbildung, Haarausfall, trockener oder feuchter Nekrose (Zelltod) und Schuppenbildung. Die schmerzhafte Schwellung geht nach 2-3 Tagen zurück. Dann beginnt sich die Haut teilweise zu lösen oder es bilden sich verschorfte Krusten. Später bleiben weisse Haare an den betroffenen Stellen zurück.

Ausser der Haut sind aber oftmals auch die Knorpel- und Knochengewebe darunter betroffen. Durch den starken Druck wandelt sich der Knorpel in Knochen um. Es kann zu Verwachsungen der Dornfortsätze kommen, bis hin zum Kissing-Spines-Syndrom (Knöcherne Verbindung der normalerweise frei beweglichen Wirbel im Bereich der Fortsätze).

Die Ursachen

Selten führt das Wälzen eines Pferdes zu ähnlichen Verletzungen. Normalerweise sind schlecht sitzende Sättel, zu eng angezogene Sattelgurte, übergewichtige Reiter oder Falten in der Satteldecke die Auslöser für Quetschungen. Bei sehr mageren Pferden, bei denen das Unterhautfett vollständig fehlt treten diese Veränderungen großflächig auf. Auch bei Fahrpferden, die in der Gabeldeichsel laufen und zu viel Gewicht auf dem Widerrist tragen kommen Druckerscheinungen häufig vor.

Die Therapie

In jedem Fall muss die Ursache für die Quetschung sofort entfernt werden. Auch darf die Stelle bis zur vollständigen Ausheilung nicht belastet werden. Direkt nach auftreten der Veränderung helfen kühlende Acetetanstriche, die regelmäßig mit Wasser wieder angefeuchtet werden. Später kann feuchte Wärme und die Durchblutung leicht stimmulierende Salben angewand werden. Vorsicht: die Durchblutung stark anregende Salben (z.B. heparinhaltige Salben) sind eher schädigend.

Wenn die Knorpelkappen bereits geschädigt sind, kann nur eine längerfristige Ruhigstellung den Prozess noch aufhalten und zur Besserung führen.


 

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