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Tiershop.de vom 09.01.2007
Richtig Entwurmen

ein Kinderspiel oder eine richtige Wissenschaft?

Bekämpfung – was eigentlich?

Im Grunde genommen gibt es drei wichtige Parasiten beim Pferd:

  • Rundwürmer
  • Bandwürmer
  • Magendasseln

Entwurmen – womit?

Zur Zeit sind diverse Präparate aus diversen Wirkstoffgruppen auf dem Markt vertreten. Nicht alle Wirkstoffe wirken auch gegen alle Parasiten! Auch sind bei der Wirksamkeit mögliche Resistenzen zu berücksichtigen.

Eine Übersicht über Wirkstoffgruppen, Präparate und mögliche Anwendungen

Benzimidazole (z. B. Panacur, Rintal)

Benzimidazole wirken gegen die meisten Rundwürmer bei Pferden. Gegen den Zwergfadenwurm der Fohlen wirken sie nur teilweise. Keine Wirkung besteht gegen Lungenwürmer, Bandwürmer und Magendasseln. 
50 bis 70 % der Kleinen Palisadenwürmer (Strongyliden) sind mittlerweile resistent gegen Benzimidazole.

Pyrantel (Banminth)

Pyrantel wirkt ähnlich den Benzimidazolen. Eine Aktivität gegen Zwergfadenwürmer ist praktisch nicht vorhanden. Auch Lungenwürmer und Magendasseln werden nicht abgetötet.

makrozyklische Laktone (Ivomec, Equest, Eraquell, Furexel)

In diese Wirkstoffgruppe gehören bei den Pferde-Antiparasitika die verwandten Substanzen Ivermectin und Moxidectin, deren Wirkspektrum in etwa vergleichbar ist. Moxidectin wirkt allerdings nicht gegen Lungenwürmer.
Makrozyklische Laktone wirken gegen die unter „Benzimidazole“ und „Pyrantel“ beschriebenen Rundwürmer und zusätzlich gegen Lungenwürmer (außer Moxidectin), Zwergfadenwürmer (wichtig bei Fohlen) und Magendasseln. Außerdem haben sie eine Wirkung gegen bestimmte äußere Parasiten des Pferdes.

Praziquantel (Equimax, Droncit)

Dieser Wirkstoff ist das Mittel der Wahl speziell für die Bekämpfung der drei beim Pferd hauptsächlich vorkommenden Bandwurmarten.
Achtung: Praziquantel wirkt nicht gegen die anderen Pferdeparasiten.

Ivermectin

Die Behandlung gegen Magendasseln kann mit Ivermectin erfolgen. Der korrekte Anwendungszeitpunkt wird oft mit Anfang Dezember (Nikolaus) angegeben. Das kann jedoch zu spät sein. Denn ungefähr 14 Tage nach Ablage der letzten Eier auf dem Pferdefell sind auch die letzten Larven geschlüpft. Danach endet das Infektionsrisiko für die Pferde und die Larven beginnen ihren zerstörerischen Weg durch den Körper, der schließlich im Magen endet. Um diesen Weg möglichst früh zu stoppen, ist eine späte Behandlung nicht unbedingt optimal. Abhängig ist dies unter anderem auch von den klimatischen Bedingungen zu der Zeit. Je nach Lage und Witterung des jeweiligen Jahres kann der richtige Termin bei milden Klimatlagen bereits Anfang November sein, in rauheren Gegenden sogar schon Ende Oktober.


Und wann entwurme ich wogegen?

Für ausgewachsene Pferde kann ein sinnvoller Impfplan wie folgt aussehen:

April/Mai: gegen Rundwürmer
Juni/Juli: gegen Rundwürmer + Bandwürmer (Kombi)
August/September: gegen Rundwürmer
Oktober/November: gegen Rundwürmer + Bandwürmer + Magendasseln (Kombi)
Eventuell kann im Januar eine weitere Entwurmung (Rundwürmer: Zwischenbehandlung, Magendasseln: Zweitbehandlung) sinnvoll sein.

Fohlen und Jungpferde müssen allerdings häufiger entwurmt werden! Folgender Behandlungsplan gilt als Orientierungshilfe:

Erste Behandlung: 1 - 3 Wochen nach der Geburt
Bis Ende erster Weidesommer: alle 2 - 8 Wochen
Bis Ende zweites Lebensjahr: alle 6 - 8 Wochen
Bis Ende drittes Lebensjahr: alle 8 Wochen
Danach: wie erwachsene Pferde

Im Einzelnen sollte bei ausgewachsenen Tieren sowie auch bei Jungtieren und Fohlen die Erstellung eines Entwurmungsplans in Absprache mit dem betreuenden Tierarzt erfolgen. Zu berücksichtigen sind hierbei unter anderem auch bereits aufgetretene Parasitosen in einem Stall, regional häufiger oder seltener auftretende Parasitosen oder auch der Immunstatus des Indiviuums. Hierbei können sich Tierbesitzer und Tierarzt einen gemeinsamen Überblick verschaffen.

Was kann ich als Besitzer tun?

Eine ganze Menge! Als Besitzer können Sie stall- und weidehygienische Maßnahmen treffen und so die therapeutische Prophylaxe sehr effektiv unterstützen! Folgende Maßnahmen sind sinnvoll:

  • regelmäßiges Absammeln der Kothaufen von der Weide (mindestens 1 x pro Woche)
  • Weide nicht überbesetzen (max. 2 Pferde pro ha)
  • wechselnde Weidenutzung durch andere Tierarten bzw. Mähen lassen (Unterbrechung der Entwickungskette streng wirtsspezifischer Parasiten)
  • Neuzugänge einige Tage vor Ankunft entwurmen lassen
  • Tiefstreu vermeiden, Boxen trocken halten
  • 1 - 2 x pro Jahr gründliche Boxenreinigung (Dampfstrahlgerät)
  • Esel und Pferde nicht zusammen weiden lassen (Lungenwürmer)

 

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