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Tiershop.de vom 13.02.2007
Podotrochlose - Hufrolle

Hufrollenerkrankungen sind weit verbreitet und nicht vollständig heilbar.

Die Hufrolle

Unter der Hufrolle versteht man eine anatomische Struktur des Hufes. Sie setzt sich zusammen aus dem Strahlbein, der Bursa podotrochlearis (Schleimbeutel) und dem darüber gleitenden Teil der tiefen Beugesehne. Daher ist das Hufrollen-Syndrom (Podotrochlose) eine Erkrankung dieser Strukturen.

Die Definition

Bei der Podotrochlose handelt es sich um eine chronisch, degenerative (zerstörerische) und progressive (fortschreitende) Erkrankung der aller Bestandteile der Hufrolle.

Das Vorkommen

Die Diagnose Podotrochlose wird vorwiegend beim Reitpferd und eher selten bei Zugpferden gestellt. In den meisten Fällen sind die Vorderbeine betroffen und fast immer beide Seiten. Der Grad der Erkrankung kann allerdings auf den verschiedenen Hufen unterschiedlich sein. Auch junge und ungerittene Pferde können erkranken.

Die Ursachen

Hufrollenerkrankungen sind seit der Domestikation des Pferdes bekannt. Die genauen Ursachen und Auslöser sind jedoch immer noch nicht ganz geklärt. Als primäre Ursache werden nicht Entzündungen, sondern degenerative Prozesse im Sinne einer Abnutzungsarthrose angesehen.

Mehrere Faktoren führen zur Ausbildung des Krankheitsbildes. Die Belastung der Hufrolle beim Reitpferd spielt dabei eine Schlüsselrolle und dazu kommen Komponenten wie Hufform, Korrektur- und Beschlagfehler, Gliedmaßen- und Zehenstellung, Aufzuchtschäden, Haltungsfehler, ernährungsbedingte Störungen, Konditionsmangel und Überbelastung bei zu jungen und unreifen Pferden. Pferde ab einem Alter von 3 Jahren können Symptome zeigen, wobei der Hauptteil mit ca. 8 Jahren erkrankt.

Weitere Faktoren wie Rasse, Geschlecht und Vererbung werden diskutiert.

Die Symptome

Durch das langsame Voranschreiten der Krankheit wird sie oftmals erst spät entdeckt. Dadurch das die Vorderhufe beidseits betroffen sind, stellen die Reiter meist keine Lahmheit sindern eher eine Bewegungsstörung fest. Die Tiere zeigen weniger Aktion und die Bewegungen werden flacher. Auf hartem Boden lässt sind die Störung leichter erkennen. die Pferde haben meist einen deutlichen Wendeschmerz. Unter dem Reiter nimmt die Störung zunächst zu um dann zu verschwinden. Allerdings verweigern die Tiere manchmal die Arbeit.

In Ruhe entlasten die Tiere die Hufe abwechseln indem sie sie nach vorne schieben. Der Huf beginnt sich zu verändern. Es kann zu Trachtenzwang, stumpfer Zehenstellung und krallenartigen Veränderungen am Huf kommen.

Die Diagnose

Durch eine systematische klinische Untersuchung, Röntgenbilder und die Leitungsanäthesie kann der Tierarzt die Podotrochlose von anderen Lahmheitsursachen abgrenzen. Die Untersuchung mit der Hufzange führt in bestimmten Bereichen zu einer Schmerzreaktion.

Die Therapie

Wichtig für die Therapie der Erkrankung ist eine frühzeitig gestellte Diagnose und eine korrekt durchgeführte Behandlung. Allerdings ist eine komplette Wiederherstellung der gesunden Stuktur nicht mehr möglich.

Der Hufschmied sollte für das korrekte Ausschneiden des hufes und einen Spezialbeschlag herangezugen werden. Das Ziel ist den Huf so zu stellen, dass das Pferd die tiefe Beugesehne entlastet wird und das Abrollen erleichtert wird.

Der Tierarzt setzt langzeitverträgliche Schmerzmittel ein eventuell zusammen mit Gerinnungshemmern oder gefäßweitstellenden Medikamenten, die die Durchblutung der betroffenen Partien fördern sollen.

Weiter Therapieansätze wie zum Beispiel Stosswellentherapie, Kalzitonintherapie oder chirurgische Maßnahmen sind möglich. Die entscheidung über das Vergehen sollte mit dem Tierarzt besprochen werden, da die Therapie langwierig und kostspielig ist.

Der Reiter kann seinem Pfer helfen indem er scharfe Wendungen meidet und viel Schrittarbeit macht. 


 

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