Eine tierische

Zeitbombe:

Toxoplasmose

 

Die Toxoplasmose des Menschen

Die Toxoplasmose ist eine Erkrankung, ausgelöst durch den Einzeller Toxoplasma gondii. Bei den meisten Menschen verläuft sie ohne Symptome oder mit nur sehr unspezifischen Krankheitserscheinungen einer Allgemeininfektion.

Nach Schätzungen ist ca. ein Drittel der Weltbevölkerung infiziert, ca. 60-70 % der Mitteleuropäer weisen spezifische Antikörper auf.

Ernste Beschwerden treten besonders dann auf, wenn eine Abwehrschwäche des Immunsystems vorliegt oder wenn eine Frau, die keine Antikörper besitzt, sich erstmalig während einer Schwangerschaft infiziert. Es kann zur Infektion des ungeborenen Kindes mit schweren Folgen kommen.  Auch Missbildungen und Totgeburten sind möglich.


Toxoplasma gondii

Wie steckt sich der Mensch an?

Der Verzehr von Fleisch, das Toxoplasmen-Zysten enthält, stellt die häufigste Infektionsquelle für den Menschen dar. Bei fast allen Tierarten, die in Mitteleuropa als Fleischlieferant dienen, werden Infektionen mit Toxoplasmen festgestellt. Während dieser Infektionen bilden sich Gewebezysten. Sie sind die Ansteckungsquelle für den Menschen. Diese Gewebezysten werden unschädlich gemacht, wenn das Fleisch im Rahmen der Zubereitung gut erhitzt wird.

Eine weitere Infektionsquelle stellt die Katze dar. Die Ansteckung des Menschen erfolgt bei der Katze direkt, z.B. durch Schmutz- oder Schmierinfektion über Katzenkot. Schnecken oder Insekten können die im Kot enthaltenen infektiösen Oozysten auch auf Salat oder Gemüse aufbringen.

Welche Rolle spielt die Toxoplasmose der Katze?
Die Katze nimmt bei dieser Infektion eine Sonderstellung ein. Nur sie ist Endwirt und nur sie scheidet Oozysten aus, die für den Menschen gefährlich werden können. Katzen sondern in der Regel nur während der ersten Infektion Oozysten ab, selten in späteren Infektionsphasen. Oozysten sind daher nur in 0,6-1,3% der Katzenkotproben zu finden. Diese Zahl erscheint gering - man sollte sie aber nicht unterschätzen.

Ausgeschiedene Oozysten brauchen Zeit. Sie werden erst nach 2-4 Tagen infektiös. Ein wichtiger Grund für Hygiene - wir gehen noch darauf ein.

Die Katze ist gleichzeitig auch Zwischenwirt für Toxoplasmen. Sie trägt sie in sich, erkrankt aber meistens nicht sichtbar daran. Dies mindert jedoch nicht die mögliche Gefahr für den Menschen. Mit der Zeit bilden sich durch Oozysten Gewebezysten. Für die Katze verläuft die Erkrankung meist ohne schwere Folgen. Für den Menschen stellt sie allerdings prinzipiell ein Risiko dar - einmal infiziert kann die Katze nämlich wieder für den Menschen infektiöse Oozysten ausscheiden, z.B. wenn sie an einer anderen Erkrankung leidet.

Untersuchungen aus unserem Labor haben ergeben: Rund 70% aller Katzen machen eine Infektion mit Toxoplasmen durch. Früher oder später. Mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit. Diese Zahl ist natürlich abhängig von der Fütterung, der Haltung und dem Alter: je älter, desto wahrscheinlicher. Eine Untersuchung empfiehlt sich daher immer, wenn infektanfällige Menschen oder schwangere Frauen mit einer Katze zusammenleben.

Wie kann sich der Mensch vor einer Toxoplasmose schützen ?

1. Im Zusammenleben mit der Katze

Die Oozysten im Kot der Katze werden erst nach 2-4 Tagen infektiös für den Menschen. Eine tägliche Reinigung und Desinfektion des Katzenklos, z.B.mit heißem Wasser (über 55 'C), mindert die Ansteckungsgefahr. Diese Tätigkeit sollte stets mit Handschuhen erfolgen und in keinem Fall von einer Schwangeren ausgeführt werden. Eine gründliche Reinigung der Hände nach Gartenarbeiten ist ebenfalls wichtig, da auch Nachbars Katze gern die lockere Gartenerde als Klo gebraucht.

Die Untersuchung einer Kotprobe und einer Blutprobe der Katze läßt direkte Schlüsse zu, ob ein Infektionsrisiko durch die Katze besteht:

a) Wenn sowohl die Blutuntersuchung als auch zwei Kotuntersuchungen im Abstand von 14 Tagen negativ verlaufen, hat sich die Katze mit großer Sicherheit noch nicht mit Toxoplasmen infiziert. Sie stellt kein Risiko für den Menschen dar.

Zur Verhinderung einer frischen Infektion des Tieres, sollte die Katze in der Wohnung gehalten und ausschließlich mit Fertigfutter oder mit durcherhitztem Frischfutter ernährt werden. Dadurch wird außerdem die Ansteckungsgefahr für Menschen reduziert.

Wichtig: Die Katze ist nicht die einzige und auch nicht die wichtigste Ansteckungsquelle für den Menschen. Ratschläge zur Tötung eines Tieres sollten daher unbedingt kritisch betrachtet werden!


b) Katzen, die im Kot Oozysten ausscheiden, müssen von Risikopersonen ferngehalten werden.

Verläuft die Blutuntersuchung positiv und sind die nachfolgenden zwei Kotuntersuchungen im Abstand von zwei Wochen negativ, dann ist die Katze zwar infiziert, stellt aber mit großer Sicherheit keine Infektionsquelle dar. Eine Neuinfektion des Tieres muß allerdings unterbunden werden. Jagen und die Aufnahme von rohem Fleisch sollten Sie vermeiden. Die Katze sollte unbedingt im Haus gehalten und nur mit Fertigfutter ernährt werden.



2. Im Umgang mit Lebensmitteln

Hauptansteckungsquellen für den Menschen sind rohes Fleisch und ungenügend erhitzte Fleischgerichte wie
z. B. Tartar, Steak saignant, aber auch die Ansteckung durch nur kurz gereifte Rohwurst (Landjäger, Mettwurst) gilt als erwiesen. Zysten bleiben bei einer Lagertemperatur von +4'C (Kühlschrank) drei Wochen lang lebensfähig! Da Fleisch
immer Zysten enthalten kann, muß bereits bei der Zubereitung eines Fleischgerichtes auf gute Hygiene geachtet werden!


Pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse und Salat müssen sorgfältig gewaschen werden, da sie über Katzenkot mit infektiösen Oozysten verunreinigt sein können.

Zysten bleiben bei 4'Celsius 
ca. 3 Wochen lebensfähig!  
  Gutes Erhitzen von Lebensmitteln hilft,
  die Ansteckungsgefahr zu reduzieren.


Wie sollte die Katze untersucht werden, um das Risiko einer Infektion für mich als Tierbesitzer zu verringern?

1. Eine Blutprobe wird auf Toxoplasmen-Antikörper untersucht. So wird nachgewiesen, ob sich eine Katze mit Toxoplasmen auseinandergesetzt oder infiziert hat.

2. Es werden Kotproben im Abstand von zwei Wochen untersucht, am besten Kot von drei aufeinanderfolgenden Tagen. So wird festgestellt, ob das Tier aufgrund einer frischen Infektion für den Menschen ansteckend ist. Ihr Tierarzt wird Ihnen die Untersuchungsergebnisse interpretieren und die Maßnahmen besprechen, die für Sie dadurch dringend ratsam sind!

Sollten Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Tierarzt!


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