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Tiershop.de vom 17.01.2007
Leishmaniose

Leishmaniose ist eine typische Reisekrankheit.

Der Erreger

Leishmanien sind obligat intrazelluläre einzellige Parasiten, die sich in den weißen Blutkörperchen (Makrophagen) vermehren. Eine morphologische Unterscheidung der einzelnen Leishmania-Arten ist nicht möglich. Sie werden daher mit biochemischen und molekularbiologischen Methoden klassifiziert. Leishmania infantum wird in der Pranxis hier am häufigsten diagnostiziert. Ausserdem gibt es je nach Region die Arten L. tropica, L. major, L. aethiopica, L. chagasi und verschiedene mittel- und südamerikanische Stämme.
Für ihre Entwicklung sind zwei Wirte nötig. Daher müssen sie für einen vollständigen Zyklus von einem wirbellosen Wirt (hier die Sandfliege) auf ein Wirbeltier übertragen werden. Auch der Mensch kann zum Träger der Leishmaniose werden.

Die Übertragung
Die Übertragung der Leishmaniose erfolgt in den endemischen Gebieten (Südeuropa und Nordafrika) durch die für die Entwicklung als Zwischenwirt notwendige Sandfliege der Gattung Phlebotomum. In Deutschland erkrankte Hunde haben sich meist im Mittelmeerraum infiziert.
Leishmaniose kann sich NUR mit dem Vorkommen der Sandmücke als Überträger verbreiten. Es gibt sie in allen mediterranen Ländern, in Regionen von Tunesien, Griechenland, Türkei, Portugal, Südfrankreich, Spanien, den Kanaren, Sizilien, aber auch in Deutschland (bisher nur Baden-Württemberg) und der Schweiz. Sie sind nur von Frühling bis Spätsommer unterwegs, besonders August, September. Sandmücken sind windempfindlich, sind also nie direkt am Meer und fliegen nur nachts, etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenaufgang. Ihre maximale Flughöhe beträgt 3 Meter, nur "gelbes Licht" lockt sie höher. Neonröhren, Energiesparlampen oder Quarzlampen haben kein gelbes Licht. Für einen dieser schmerzenden Stiche braucht das Insekt etwa 5 Minuten, also sticht es nur schlafende Lebewesen, um nicht gestört oder abgewehrt zu werden. Statistisch gesehen erhält jeder Hund in den gefährdeten Regionen ca. 300 Stiche (!) pro Nacht, etwa 0,3 % der Mücken sind mit Leishmanien infiziert, also jeder Hund erhält - rein statistisch - einen infektiösen Sandmückenstich pro Nacht. Vor allem Nase und Unterbauch sind bei den Hunden gefährdet.

Die Symptome

Die Symptome sind vielfältig. Die kutane und die viszerale Form treten i.d.R. gleichzeitig auf. Das Hautproblem zeigt sich zuerst als Dermatitis ohne Juckreiz und Alopezie (Schuppenbildung und kleieartige Beläge), besonders an den mucokutanen Übergängen (Nasenspiegel, Augenregion), an den Ohrrändern und Pfoten. Später entstehen Erosionen, Knötchen und Geschwüre. Klinisch zeigen die Patienten immer wiederkehrendes, therapieresistentes Fieber, Inappetenz, Gewichtsverlust, Leber- und Nierenschwellungen, Lymphadenitis, Gelenksentzündungen, Nierenentzündungen, Augensymptome (Blepharitis, Keratokonjunktivitis, Uveitis) uvm.

Die Diagnose 
Der Nachweis der Leishmaniose-Antikörper im Immunfluoreszenztest ist schon ab der 2.-3. Woche nach der Infektion möglich, lange bevor klinische Symptome auftreten. Deshalb ist der Test nach Urlaubsreisen geeignet, Infektion frühzeitig zu erkennen.
Direkter Erregernachweis erfolgt in Punktaten von Lymphknoten und Knochenmark oder in Hautbiopsien. Das weiße Blutbild ist uneinheitlich. Entweder besteht eine Leukozytose mit Linksverschiebung oder eine ausgeprägte Leukopenie mit Lymphopenie. Bei gleichzeitig bestehender Lymphknotenschwellung kann das Bild einer Leukämie ähnlich sein. Außerdem kann eine nicht regenerative Anämie und eine Thrombozytopenie bestehen.
Das Gesamteiweiß ist erhöht mit Werten bis über 10 mg/dI. Die Elektrophorese zeigt die Hypoalbuminämie und Hypergammaglobulinämie. Die Leberwerte können ebenfalls erhöht sein.

Die Behandlung

Die Behandlung der Leishmaniose ist aufwändig und kostspielig. Ausserdem kann der Parasit nicht mehr vollständig aus dem Körper verbannt werden. Es ist lediglich möglich, die meisten Symptome zu unterdrücken.

Aufgrund der z.T. massiven Nebenwirkungen verschiedener Therapeutika stellt sich meist die Frage, welches Medikament überhaupt eingesetzt werden kann. Weiterhin ist derzeit auffällig, daß gute Therapieerfolge, die in einem Land mit einem Medikament erhielt wurden, nicht unbedingt gleiche Erfolge in anderen Regionen zeigen.

Die Prophylaxe

Soll ein Hund oder eine Katze mit in den Urlaub, empfielt es sich das Tier frühzeitig mit Repellentien gegen Mücken zu behandeln. Da die Phlebotomen nachts stechen, sollte das Tier nach möglichkeit unter einem Moquitonetz schlafen. Die Fenster eines Feriendomizils können mit Mückennetzen verschlossen gehalten werden.

Impfungen existieren bislang nicht.

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