Generell gilt:
Igel sind geschützte Tiere! Es ist nicht gestattet, gesunde, normalgewichtige Tiere einfach mit nach Hause zunehmen.
Igel gehören zu den besonders geschützten Arten. Das Bundesnaturschutzgesetz schreibt uns vor, solche Arten in der Freiheit zu belassen, wenn sie sich dort selbständig erhalten können.
Falls Sie Fragen haben, wenden Sie sich an einen Igelverein oder an einen Tierarzt. Auch viele Tierheime können Ihnen weiterhelfen.
Eine wichtige Anlaufstelle ist dafür der Tierschutzverein Pro Igel:
www.proigel.de
Igel-Hotline: 0180-5555-9551
Faxabruf: 0180-5555-9554
Wann brauchen Igel unsere Hilfe und wann sollen wir helfen?
Hilfsbedürftige Igel sind:
- wenn sie Anfang Oktober weniger als 200 g oder im November oder später weniger als 500 g wiegen
- Igel, die bei Frost noch aktiv angetroffen werden
- kranke oder verletzte Igel
Bei milder Witterung und gutem Nahrungsangebot soll man eher abwarten und den Igel beobachten.
Fund-Igel:
- sollten einzeln gehalten werden (Igel sind Einzeltiere)
- brauchen große Boxen mit Schlafhäusern; ständige Reinigung ist Pflicht, deshalb Zeitungen oder Zellstoff zum häufigen Wechseln verwenden.
- abends füttern, Wasser ständig bereitstellen - keine Milch!
- Raumtemperatur: 18-20°C
Futter:
Katzen- oder Hundedosenfutter, Igeltrockenfutter, 100 g Rinderhack, milder Käse, geschälte Nüsse, Rosinen, Birnen, Bananen außerdem tägl. Vitamine und Mineralien; der Flüssigkeitsbedarf wird durch Wasser oder durch Tee gedeckt. Kuhmilch führt zu schweren Durchfällen!
Erste Hilfe bei Igeln:
- unterkühlte Igel ca. 1 Std. aufwärmen (umwickelte Wärmeflasche)
- Parasiten entfernen (Flöhe, Zecken, Fliegeneier, Maden)
- bei Verletzungen zum Tierarzt; bei Behandlung das Geschlecht feststellen lassen, da Igelinnen auch spät im Jahr tragend sein können, wenn der erste Wurf verstorben ist.
- Zahnalter feststellen lassen (hier kann man auch erkennen, ob es sich um ein Saugjunges handelt.
Winterschlaf beim "Menschen":
- Im Dezember soll der Igel mindestens 500 g schwer sein. Ist das Tier leichter sollte es nicht in den Winterschlaf geschickt werden, da es sonst nicht genug Energiereserven hat um eine so lange zeit zu schlafen.
- Der Raum sollte unter 6 ° kühl, trocken und belüftbar sein (z.B. Schuppen, Speicher, Terrasse)
- einbruchsicheres Häuschen zum Schutz vor Ratten, ausgepolstert mit Zeitungen, Zellstoff;
- wetterfest
- Trockenfutter und Wasser bereitstellen
- spätestens Ende April durch Warmstellen wecken
- bei Tagestemperaturen von 13 / 14 °C in entsprechenden Gebieten (keine Straßen) auswildern
- zur Gewöhnung am besten zuerst im Außengehege, danach bei Sonnenuntergang in ein vorbereitetet Nest im Freien setzen; in der ersten nacht Futter und Wasser zum Abschied dazu stellen
Jeder kann etwas für Igel tun, z.B. indem im Garten verwilderte Ecken eingerichtet werden. Benutzen Sie im Garten wenn möglich kein Insektengift und achten Sie bei allen Gartenarbeiten, beispielsweise mit dem Rasentrimmer, auf den Mecki! Unter jeder Hecke, in jedem Gebüsch, Komposthaufen, Laub- oder Reisighaufen kann ein Igel sitzen! (Wir wünschen Ihnen, daß es auch so ist)
Igelbiologie:
Wie leben Igel?
Lebensraum:
In durchgrünten Siedlungsrandbereichen, Gärten und Parks, in denen Hecken, Gebüsch, Bodendecker, Laub- und Reisighaufen vorkommen.
Unterscheidung männlich / weiblich:
Lage der Geschlechtsorgane: Männchen haben etwa in Nabelhöhe einen "kleinen Knopf"
Größe und Gewicht:
ca. 24 - 28 cm und ca. 800 - 1500 g schwer.
Stacheln:
bei der Geburt schon ca. 100 Stacheln. Die Stacheln bieten dem Igel ausreichend Schutz
vor Gefahren, so daß er im Umgang mit Fremden erstaunlich "zutraulich" sein kann.
Sinne:
Igel erkennen Nahrung und Artgenossen mit ihrem Geruchssinn
haben ein ausgeprägtes Gehör (machen Sie also in Igelnähe keine lauten Geräusche, v.a.
keine Zischlaute) sehen nur mäßig.
Stimme:
Igel können bei Gefahr fauchen, puffern oder tuckern, haben Schmerzens- und
Angstschreie in ihrem Repertoire, Igelsäuglinge zwitschern nach ihrer Mom.
Lebenserwartung:
vermutlich 7 - 8 Jahre
Nahrung:
nachtaktive Insektenfresser (Käfer, Larven, Regenwürmer, Spinnen, etc.)
Fortpflanzung:
zwischen Mai und August, Tragezeit 35 Tage, Junge kommen mit 15 - 20 g auf die Welt; Mutter säugt ca. 6 Wochen;
Babies verlassen das Nest nach 3-4 Wochen zum ersten Mal, müssen ohne Hilfe der Mutter die Nahrungsaufnahme lernen.