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Tiershop.de vom 13.10.2006Husten - Dicke Luft im Stallwarum ein schlecht gelüfteter Stall das Paradies für Krankheitserreger ist....
Das Problem Husten beim Pferd kann unterschiedlichster Ursache sein. Es können Viren, Bakterien, Parasiten oder Pilze beteiligt sein. Aber auch nicht-infektiöse Ursachen kommen in Frage, beispielsweise Allergien. Diese werden bei Pferden recht häufig angetroffen. Ein Beispiel Das klassische Beispiel hierfür ist die COB (chronisch-obstruktive Bronchitis), auch Dämpfigkeit genannt. Ursache hierfür ist eine Reizung der Atemwege durch Schimmel- oder andere Pilzsporen in Verbindung mit weiteren Reizstoffen. Die Ursachen Reizstoffe sind zum Beispiel Ammoniakdünste aus Strohmatrazen oder aus zu selten gemisteten Boxen. Auch ein hoher Staubanteil kann der Reizfaktor sein. Staub kann zum Beispiel vermehrt bei der Fütterung in den Stall eingebracht werden. Hierbei ist zu beachten, dass der Staubanteil umso höher ist, je schlechter die Futterqualität ist. Bei der Fütterung wird das Futter aufgewirbelt was den Staubanteil in der Stallluft unter Umständen immens erhöht. Stehen die Pferde in einer solchen Staubwolke, kommt es zu einer erhöhten Reizung der Atemwege. Den zweiten Faktor - die Schimmelsporen - findet man zu genüge in naß eingebrachtem Heu, sowie in verschmutztem und angeschimmeltem Stroh oder Kraftfutter. Diese Schimmelsporen können dann mit dem Staub zusammen in die Atemwege gelangen. Je feiner der Staub, desto tiefern dringen die Partikel in die Atemwege bis hin zu den Bronchien oder Alveolen - den Lungenbläschen. Dort setzen sie sich fest und schädigen das Gewebe dauerhaft. Auch Viren oder Bakterien können auf diesem Wege leicht in die tiefen Atemwege gelangen und dort Schaden anrichten. Besonders auf geschwächter Schleimhaut siedeln sich diese Erreger leicht an und verbreiten sich. Staub unterstützt also die Entstehung von Erkrankungen der Atemwege im doppeltem Sinne:
Ein schlecht gelüfteter Stall führt dazu, dass Krankheitserreger, Staub und Kohlendioxid und andere Schadgase schlecht gegen "frische Luft" ausgetauscht werden und sich im Stall anhäufen. Die Pferde stehen in sogenannter "dicker Luft" und sind so verschiedensten Risiken ausgesetzt, die alle zusammen dazu beitragen, dass eine Erkrankung entstehen kann.
Die Prophylaxe Um Erkrankungen der Atemwege vorzubeugen gilt es also in erster Linie, für frische Luft zu sorgen und den Staubanteil in der Luft zu minimieren. Allerdings sollte Zugluft unbedingt vermieden werden! Den Staubanteil kann man vermindern, indem man beispielsweise auf die Futterqualität achtet. Auch bei der Auswahl der Futterart gibt es Unterschiede, beispielsweise staubt pelletiertes Kraftfutter deutlich weniger als Hafer. Heu kann man durch einweichen vor dem Verfüttern "staubfreier machen". Unbedingt zu beachten ist, dass das Futter hochwertig und hygienisch einwandfrei ist - also nicht angeschimmelt ist.
Auch bei der Einstreu kann man auf staubfreie Alternativen setzen. Zum Beispiel stauben Hobelspäne erheblich weniger als Stroh. Häufiges Misten vermindert die Ammoniakbelastung im Stall und das anfeuchten der Stallgasse vor der Reinigung verhindert unnötiges Aufwirbeln von Staub und Keimen.
Auch Sonnenlicht kann schützen - denn Sonnenlicht reduziert den Keimgehalt in der Luft! Außerdem kann das einzelne Tier gegen mögliche Erkrankungen gewappnet sein: Vitamine und regelmäßige Bewegung stärken das Immunsystem. Impfungen beugen Infektionen vor, z. B. gegen Influenza- und/oder Herpesviren. Es gibt also viele Möglichkeiten, Erkrankungen der Atemwege zu vermeiden - und jeder Versuch ist es wert: schließlich kann ein Husten auch chronisch werden, und das hat dann längere Therapien zur Folge...
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