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Tiershop.de vom 18.12.2006
Fortpflanzung

Kaninchen haben einen sehr kurzen Fortpflanzungsrhythmus. Die Jungen sind Nesthocker: blind und ohne Fell.

Der Zyklus

Kaninchen haben einen 6-7-tägigen Brunstzyklus. Ein empfängliches Kaninchen lässt sich durch bläulich-rot gefärbte, geschwollene äußere Geschlechtsteile erkennen. Durch den Deckakt wird der Eisprung aktiviert der ca. 9- 13 Stunden nach der Paarung erfolgt.

Der Deckakt

Der Deckakt ist relativ kurz. Eine paarungsbereite Häsin hebt ihr Hinterteil an, woraufhin der Rammler 8-12 Begattungsbewegungen durchführt und dann zur Seite kippt.

Die Trächtigkeit

Kaninchen tragen in der Regel 29-33 Tage. Bei einer verlängerten Tragzeit kann vom Tod der Jungtiere ausgegangen werden. Ab dem 21. Tag nach der Paarung können in der Bauchhöhle die Feten als kleine kugelförmige Gebilde ertastet werden. Doch Vorsicht, zu starker Druck kann die Feten abtöten!

Die Geburt

1-2 Tage vor der Geburt beginnt die Häsin mit dem Nestbau. Dazu rupft sie sich Fell im Bereich der Gesäugeleiste aus und verwendet Heu und Stroh. Kaninchen bevorzugen für die Geburt einen ruhigen und dunklen Ort. Die Wurfgröße variiert zwischen 1 und 12 Neugeborenen bei größeren Rassen und 3 bis 4 Jungen bei Zwergkaninchen. Die Jungen sind bei der Geburt blind und nackt. Ausserdem sind sie noch nicht in der Lage selbst Wärme zu produzieren. Daher sollte der Stall gut isoliert sein.

Die Aufzucht

Die Häsin säugt ihre Jungen in der Regel nur einmal täglich für ca. 3 bis 5 Minuten. Der Häsin sollte in dieser Zeit reichlich sauberes Wasser und gutes Futter angeboten werden. Nach ca. 10 Tagen öffnen die Jungen die Augen. Bald nehmen sie festes Futter auf und mit 4 bis 6 Wochen können sie von dem Muttertier getrennt werden.

Stirbt die Häsin bei der Geburt oder nimmt sie ihre Jungen nicht an, so kann die Aufzucht auch von Hand erfolgen. Dazu sollte ein selbst gemachter Milchaustauscher eingesetzt werden, von dem etwa 3-mal täglich den Jungtieren 12,5% ihres eigenen Körpergewichtes zugeführt werden muss.

Beispiel für einen Milchaustauscher:

65% Magerquark

25% Sahne (30% Fettgehalt)

5%   Speiseöl

3%   rohes Eigelb

2%   Mineralfutter (Calcium:Phosphor in Verhältniss 2:1)

Kuhmilch mit Ei oder Welpenersatzmilch sind nur kurzfristige Notlösungen.

Geschlechtsdifferenzierung

Die Geschlechtsbestimmung bei einem Neugeborenen ist sehr schwierig. Erst ab einem Alter von vier Wochen ist die Differenzierung sicher möglich. Die Geschlechtsorgane werden dazu vorsichtig vorgelagert. Weibliche Tiere haben einen erkennbaren Spalt, während sich beim männlichen eine Röhre vorlagern lässt.


 

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