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Tiershop.de vom 19.12.2006
Diabetes Mellitus

Was Sie über DIABETES bei Hund und Katze wissen müssen

DER DIABETES-CHECK

Wenn Ihr vierbeiniger Freund nicht gesund ist, ist das für Sie eine echte Herausforderung - eine Herausforderung, die Sie mit viel Liebe und Zuwendung, mit fachgerechter medizinischer Behandlung und intensiver Beobachtung meistern können.

WAS IST DIABETES MELLITUS?
Unter Diabetes mellitus, landläufig auch "Zuckerkrankheit" genannt, versteht man einen absoluten oder relativen Insulinmangel, der sich vor allem auf den Kohlehydrat- und Fettstoffwechsel auswirkt. Es gibt einen angeborenen Defekt, bei dem die Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse nicht vorhanden sind. Aber auch durch Fehlernährung (z.B. Verfettung), durch Streßsituationen oder Trächtigkeit kann diese Krankheit entstehen - ebenso wie durch Medikamente

WIE SIEHT DAS KRANKHEITSBILD BEI HUND UND KATZE AUS?
Beim Hund sind 80 bis 90 % der Diabetiker weibliche Tiere, während bei der Katze das Verhältnis etwa der natürlichen Geschlechterverteilung entspricht. Die Tiere zeigen erhöhten Durst und damit viel Flüssigkeitsaufnahme, sie haben einen erhöhten Urindrang, müssen also vermehrt "Gassi gehen" oder urinieren sogar in die Wohnung. Sie fressen alles und magern dabei oft ab. Bisweilen sind die Tiere bei Krankheitsbeginn sehr übergewichtig, werden aber bei Nichtbehandlung mager bis dürr. Das Leistungsvermögen sinkt, der Atem kann fruchtig riechen. Bei Fortschreiten der Krankheit kann es zu Erbrechen, Abmagerung, Apathie und zur Schweratmigkeit kommen.
In jedem Fall sollte ein möglichst annähernd normaler "Blutzuckerspiegel" angestrebt werden, da sich bei einem unvollständig eingestellten Diabetiker schon sehr bald unerwünschte Folgeerscheinungen, z.B. Trübung der Augenlinsen, Nieren und Leberschäden, Zahnfleischerkrankungen und ähnliches einstellen können.
Übergewichtige Hunde und besonders Katzen scheinen für diese Krankheit prädisponiert zu sein. Offensichtlich besteht in diesen Fällen, wie beim Menschen, ein relativer Insulinmangel, verursacht durch ständig hohe Nahrungsaufnahme, die zur Aufrechterhaltung der Körpermasse erforderlich ist. Bei der Hündin spielt der Geschlechtszyklus eine entscheidende Rolle. Durch körpereigene und durch zugeführte Hormone wird die Empfindlichkeit gegenüber Insulin herabgesetzt, d.h. die Zellen sind auf mehr Insulin zur Erhaltung eines einigermaßen normalen Fett- und Kohlehydratstoffwechsels angewiesen. In vielen Fällen reicht der Insulinspiegel nicht aus, um diese Funktionen aufrechtzuerhalten.
Man unterscheidet in der Humanmedizin zwei Typen des Diabetes mellitus:
Typ 1, der hypoinsulinämische, ist ein absoluter Insulinmangel, der dadurch entsteht, daß die Insulin-produzierenden Zellen nicht oder nur unvollständig entwickelt sind.
Typ 2 ist ein relativer Insulinmangel, der durch verschiedene äußere Einflüsse ausgelöst werden kann.
Diese Typisierung ist in der Tiermedizin bei Hund und Katze nicht so unproblematisch wie in der Humanmedizin.

WIE ERFOLGT DIE BEHANDLUNG?
Das Mittel der Wahl ist Insulin. Ihr Tierarzt hat entsprechend der Diabetes-Lage Ihres Tieres das geeignete Medikament ausgewählt.
Neben der Einstellung mit Insulin ist eine Diät, ähnlich wie beim Menschen, erforderlich. Häufig werden mageres Fleisch und rohfaserreiche Nahrungsmittel eingesetzt. Handelsübliche Diätfutter speziell für zuckerkranke Tiere können Sie oft von Ihrem Tierarzt erhalten.

WAS TRÄGT ZU EINER ERFOLGREICHEN THERAPIE BEI?
WAS KÖNNEN SIE ALS TIERBESITZER TUN?


- Eine konsequent durchgeführte Diät und eine regelmäßige Medikamentengabe sind der Schlüssel zum Erfolg. Wichtig sind dabei regelmäßige Fütterung und eine gleichbleibend zusammengesetzte Diät. Halten Sie die Fütterungsanleitung Ihres Tierarztes ein, da sie speziell auf Menge und Häufigkeit der Insulingabe abgestimmt ist.
- Mit einem Harnstick können Sie die Glukosebestimmung morgens und abends selber durchführen. So kann überprüft werden, ob Ihr Tier nach wie vor richtig eingestellt ist.
- Tierarztbesuche in regelmäßigen Abständen können Ihnen helfen, den Gesundheitszustand Ihres Tieres optimal zuerhalten. Bei einer solchen Untersuchung wird in der Regel neben einem Blutbild die Funktion von Leber und Niere überprüft und der Glukosespiegel im Blut bestimmt.

Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen wird der Erfolg der Dauertherapie über die Bestimmung der Fruktosamine kontrolliert. So können Diabetes-bedingte Folgeerkrankungen auf ein Minimum reduziert werden.
Die Therapiekontrolle über die Fruktosaminbestimmung sollte alle drei Monate, mindestens aber alle sechs Monate erfolgen. Der Gesundheits-Check wird zweckmäßigerweise zum gleichen Zeitpunkt durchgeführt.
Ihr Tierarzt informiert Sie gern. Wenn Sie regelmäßig an die Therapiekontrolle erinnert werden möchten, um immer einen aktuellen Überblick über den Gesundheitszustand Ihres Tieres zu haben, füllen Sie einfach die Antwortkarte aus und schicken Sie sie an Ihren Tierarzt - er kümmert sich um alles übrige.

Sollten Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Tierarzt!



Bereitgestellt durch: Laboklin
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